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Interview auf bundesliga.de

30.08.2011 // Kommentar verfassen

bundesliga.de: Herr Jantschke, auf Ihrer Homepage kann man abstimmen, wo Gladbach am Saisonende landet. 63 Prozent glauben, dass Gladbach auf Platz 7 bis 12 landet, 32 Prozent denken, dass sogar Platz 1 bis 6 drin ist. Was würden Sie anklicken?

Tony Jantschke: Mit Platz 7 bis 12 könnte ich mich anfreunden.

bundesliga.de: Wie erklären Sie sich, dass es für Ihr Team so viel besser läuft als im Vorjahr?

Jantschke: Wir haben die Geschlossenheit des letzten halben Jahres mit in die neue Saison genommen. Wir treten kompakt auf, sind als Team gereift. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass erst drei Spieltage vorbei sind. Man hat bei Frankfurt gesehen, wie schnell es wieder abwärts gehen kann.

bundesliga.de: Bobadilla, Reus und Arango stehen dieser Tage im Blickpunkt. Sie hatten gegen Wolfsburg die meisten Ballkontakte auf dem Feld, stehen aber lange nicht so sehr im Fokus. Wie bewerten Sie das?

Jantschke: Das ist mir ganz angenehm. Wenn ich mit Marco Reus durch die Stadt gehe, spricht ihn jeder an, bei mir fragen die Leute nach. Es ist nun mal so, dass Offensivspieler mehr im Blickpunkt stehen. Die Defensive ist der Grundbaustein jeder Mannschaft. Und die Leute im Team und im Verein wissen das zu schätzen.

bundesliga.de: Trotzdem ist im letzten halben Jahr auch das Interesse an Ihrer Person gestiegen. Lesen Sie, was in der Zeitung über Sie steht?

Jantschke: Informieren tue ich mich schon, ich will ja nicht, dass irgendwann das böse Erwachen kommt. Allerdings überfliege ich das nur und gebe nicht viel darauf.

bundesliga.de: Sie sind seit dem 23. Spieltag der Vorsaison Stammspieler. Wie bewerten Sie Ihre persönliche Entwicklung?

Jantschke: Es läuft momentan optimal für mich. Lucien Favre hat mir damals das Vertrauen gegeben. In der Hinrunde war ich verletzt und konnte mich unter Michael Frontzeck nicht wirklich zeigen, obwohl auch er wusste, was ich konnte. Damals hatte Tobi Levels die Nase vorne, der neue Trainer hat sich dann anders entschieden. In den vergangenen Monaten habe ich das Vertrauen zurückgezahlt und mir einen gewissen Status erarbeitet. Einen Freifahrtschein gibt es aber nicht: Nach einem schlechten Spiel kann man schon wieder draußen sein.

bundesliga.de: Sie sind bereits als Elfjähriger ins Internat des Sportgymnasiums in Dresden gegangen. Wie war das damals für Sie, so weit weg von der Familie zu sein?

Jantschke: Es war sehr hart, im ersten Jahr habe ich viel geweint und Heimweh gehabt. Aber es war der einzige logische Schritt, um dem Ziel Profifußballer näher zu kommen. Auch wenn ich erst 11 Jahre alt war, das Ziel hatte ich immer vor Augen.

bundesliga.de: Was sind die zwei wichtigsten Dinge, die Sie dort rückblickend mitgenommen haben?

Jantschke: Zum einen wäre das die Kameradschaft: Einzelkämpfer bringen nichts, das lebt beispielsweise Barcelona perfekt vor – nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Keiner meckert dort vor der Presse über einen Mannschaftskollegen. Der zweite Punkt, ist der Ehrgeiz, sich immer durchsetzen zu wollen, egal welche Spieler einen im Weg stehen.

bundesliga.de: Die Dresdner Kaderschmiede gilt als sehr hart. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?

Jantschke: Wir waren bei Dresden Nord nicht mit Riesen-Fußballern gesegnet. Bei uns kam alles über den Kampf, trotzdem haben wir in der ersten Liga gespielt. Entweder war man so verletzt, dass man nicht mehr laufen konnte oder man hat sich durchgebissen. Es war eine andere Schule, die mich in gewisser Weise geprägt hat.

bundesliga.de: Sie waren in vielen Auswahlmannschaften Kapitän. Momentan ist eine Führungsspieler-Diskussion entbrannt. Wie denken Sie darüber?

Jantschke: Ich kann nur die Situation bei uns beurteilen, wir haben ein paar Leitwölfe. Martin Stranzl und Dante sind beispielsweise Respektspersonen, ihr Wort hat Gewicht. Eine gewisse Struktur ist für eine Mannschaft meiner Meinung nach sehr wichtig.

bundesliga.de: Was erwarten Sie vom Spiel gegen Schalke am kommenden Sonntag?

Jantschke: Schalke musste in der Europa League ran, wir sind deshalb vielleicht einen Tick frischer. Sie haben gute Einzelspieler, spielen gutes Pressing. Es gilt für uns geduldig zu spielen und die Lücken zu suchen. Wir vertrauen auf unsere Stärken, dann bekommen wir unsere Chancen – das ist unser neues Selbstbewusstsein.

Das Gespräch führte Andreas Messmer

 

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