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Interview im FohlenEcho

05.04.2011 // 3 Kommentare

In der neusten Ausgabe des Fohlenechos habe ich ein Interview gegeben. Für alle die das Magazin nicht lesen konnten hat mir Borussia dieses zur Verfügung gestellt.

Anfang März machte Tony Jantschke sein erstes Bundesligaspiel über 90 Minuten seit knapp einem Jahr

FOHLENECHO: Tony, du feierst in ein paar Tagen am 7. April deinen 21. Geburtstag, hast du deine Party schon geplant?

Tony Jantschke: Nein, der letzte Geburtstag, den ich gefeiert habe, muss mein 16. gewesen sein. Meine Mutter wird mich besuchen kommen und wir werden zusammen shoppen gehen und uns einen schönen Tag machen.

FOHLENECHO: Shoppen mit Mama?

Tony Jantschke: Na klar. Ich gehe auch alleine oder mit meinen Kumpels, aber nicht an meinem Geburtstag.

FOHLENECHO: Wenn nicht deinen Geburtstag, dann feierst du vielleicht trotzdem noch in diesem Jahr. Was würdest du sagen, wenn ich dir die Relegationsspiele heute  garantieren könnte?

Tony Jantschke: Schwierig, ich würde diese Endspiele gerne vermeiden, wir müssen weiter den 15. Platz ins Visier nehmen. Aber vielleicht würde ich momentan tatsächlich auf das Angebot zurückkommen, ich müsste das aber mal mit der Mannschaft besprechen. Vielleicht warten wir diesen Spieltag nochmal ab, feiern möchte ich auf jeden Fall, egal, wie es dann zustande kommt.

FOHLENECHO: Mit wem würdest du dich also gerne am 19. Mai, dem Termin fürs erste Relegationsspiel treffen? Mit Denzel Washington oder Morgan Freeman, deinen Lieblingsschauspielern, oder Friedhelm Funkel, der den VfL Bochum trainiert?

Tony Jantschke: Mit niemanden von den Dreien, am liebsten würde ich meine Familie treffen. Die ersten beiden sind unrealistisch, und Funkel oder einen anderen Trainer eines Zweitligisten an diesem Tag, nein, das wollen wir alle nicht.

FOHLENECHO: Wie siehst du die aktuelle Bundesligasaison, wie wird sie gerade für uns weitergehen?

Tony Jantschke: Wir hoffen doch alle, dass wir den Klassenverbleib noch schaffen. Wir müssen nicht schön, sondern erfolgreich spielen, alles andere ist erst einmal egal. Die Bundesliga spielt in diesem Jahr verrückt, so viel ist sicher, wer hätte schon geglaubt, dass Team wie Mainz, Hannover oder Nürnberg so weit oben, und Bremen oder Wolfsburg so weit unten stehen?

FOHLENECHO: Du warst in der Hinrunde lange mit einem Mittelfußbruch verletzt, hast erst im letzten Heimspiel von Beginn an bei den Profis gespielt. Aber auch bei der U23 hast du weniger Einsätze gehabt, als man vielleicht denken mag. Fehlt dir Spielpraxis, um deine Bestleistung zu bieten?

Tony Jantschke: Nein, die brauche ich nicht, ich bin da, wenn ich gebraucht werde. Vielleicht ist das eine kleine Stärke von mir.

FOHLENECHO: Welche sind die anderen?

Tony Jantschke: Weiß nicht, ist egal, auf jeden Fall im Defensivbereich.

FOHLENECHO: U23-Trainer Sven Demandt hat gesagt, du seist der beste Spieler, den er je trainiert hat.

Tony Jantschke: Das muss man aber im Gesamtzusammenhang sehen, dann kann man diese Aussage besser einschätzen. Ich war bei ihm in der Jugend Kapitän, und er meinte sicher das Komplettpaket, denn fußballerisch hat er ganz sicher schon bessere Leute trainiert als mich.

FOHLENECHO: Ist dir Lob unangenehm?

Tony Jantschke: Nein, natürlich höre ich so etwas gerne, aber ich bin ein bescheidener Mensch und brauche keine Bestätigung. Eine offene Kritik ist mir immer lieber, damit kann ich mehr anfangen.

FOHLENECHO: Wer kritisiert dich?

Tony Jantschke: Der Trainer, die Mitspieler.

FOHLENECHO: Was ist dein größter Erfolg in deiner bisherigen Laufbahn?

Tony Jantschke: Mein erstes Bundesligaspiel, obwohl wir das 1:3 gegen Energie Cottbus verloren haben. Für mich war es aber ein tolles Erlebnis, denn ich komme aus der Nähe von Cottbus und das war ein großer Schritt für mich damals.

FOHLENECHO: Du bist nun schon ein paar Jahre von daheim weg, bist du mittlerweile in Mönchengladbach heimisch geworden?

Tony Jantschke: Ich fühle mich sehr wohl hier, das ist mein derzeitiges Zuhause. Aber meine Heimat ist Hoyerswerda und meine zweite Heimat ist Dresden. Dorthin werde ich irgendwann einmal zurückkehren, meine Familie lebt dort, ich habe noch sehr, sehr viele Kumpels da.

FOHLENECHO: Mit denen du erfolgreich Fußball gespielt hast?

Tony Jantschke: Viele haben mit Fußball gar nichts zu tun, außer dass sie vielleicht in der Freizeit ein bisschen spielen. Das ist gut für mich, bei ihnen kann ich abschalten. Aber es stimmt, bei Dresden-Nord waren wir sehr erfolgreich, ich erinnere mich besonders gerne an die NOV-Hallenmeisterschaft, bei der ich zum besten Spieler gewählt und Torschützenkönig wurde. Wir waren absoluter Außenseiter und haben alles geschlagen, was uns in den Weg kam: Rostock, Jena, Cottbus, alle.

FOHLENECHO: Wir könnte ein Zwischenfazit deiner Profilaufbahn, die am 1. Januar 2009 begann, lauten?

Tony Jantschke: Ich denke, ich habe mich im Profibereich etabliert, jetzt möchte ich natürlich Stück für Stück auch Stammspieler werden. Ich bin da entspannt, das kommt mit der Zeit. Früher als Jugendfußballer hatte ich mir zum Ziel gesetzt, mit 23 Stammspieler zu sein, das war früher, jetzt darf es auch schneller gehen. Das Zwischenfazit würde recht positiv ausfallen.

FOHLENECHO: Weißt du, wie viele Länderspiele du in den verschiedenen U-Teams des DFB gemacht hast?

Tony Jantschke: 40 vielleicht.

FOHLENECHO: Auf deiner Homepage (tonyjantschke.de) steht 33.

Tony Jantschke: Ja, das wird schon stimmen. Als nächstes stehen mit der U21 die Spiele gegen Holland und Italien an.

FOHLENECHO: Wenn du eingeladen wirst, welche Position spielst du dann?

Tony Jantschke: Rechtsverteidiger.

FOHLENECHO: Du hast in der Nationalelf auch oft in der Innenverteidigung gespielt, fehlen dir dazu nicht ein paar Zentimeter? Oder machst du das alles durch Sprungkraft wett.

Tony Jantschke: Ich glaube, dass das nicht  mehr meine Position werden wird. Ich habe es schon oft gespielt, aber zum Beispiel in der Bundesliga könnte ich ein bisschen Länge mehr vertragen. Bei der U23 traue ich mir das aber weiterhin zu, da kann ich das kompensieren. In der Bundesliga aber sind die Stürmer eine Klasse besser, auf Dauer bin ich da Außen oder im Mittelfeld vielleicht besser aufgehoben.

FOHLENECHO: Tony, welche Eigenschaft möchtest du besitzen?

Tony Jantschke: Auf dem Platz?

FOHLENECHO: Ja, da auch.

Tony Jantschke: Ich wäre gerne schnell, richtig schnell; so wie Moses Lamidi zum Beispiel. Und sonst würde ich gerne die Gedanken von Frauen lesen können.

FOHLENECHO: Wie steht es mit deinen Gedanken, wo möchtest du in ein paar Jahren erreicht haben? Was würdest du gerne über dich lesen?

Tony Jantschke: Ich möchte in ein paar Jahren auf eine gute Zeit als Bundesligaspieler zurückblicken, aber lesen möchte ich über mich am liebsten gar nichts.

FOHLENECHO: Warum nicht?

Tony Jantschke: Das ist mir nicht wichtig.

FOHLENECHO: Bist du vielleicht in mancher Hinsicht anders ‚gestrickt‘ als andere Fußballer?

Tony Jantschke: Vielleicht ja, kann sein. Ich bin geprägt durch meine Zeit in Dresden. Wir hatten dort wenige gute Fußballer in unserer Mannschaft – sorry Jungs! – aber wir haben jeder für jeden gekämpft. Niemand hat sich wichtig genommen, und wir haben als Team zusammen viel erreicht. Vielleicht müsste ich heute manchmal wirklich mehr aus mir raus gehen und aggressiver sein.

FOHLENECHO: Bist du denn nie sauer, wenn du zum Beispiel auf der Bank sitzt?

Tony Jantschke: Klar, manchmal. Aber das ist dann schon beim Spielersatztraining am nächsten Tag wieder vorbei. Die elf, die spielen, haben es auch verdient. Und sie tragen für diejenigen die Verantwortung, die ihretwegen auf der Bank sitzen müssen und die hinten dran stehen. Sauer werde ich vor allem, wenn jemand unehrlich ist oder wenn Fabian Bäcker mich ärgert.

FOHLENECHO: Wie macht er das?

Tony Jantschke: Er weiß ganz genau, welche Knöpfe er drücken muss (lacht).

FOHLENECHO: Apropos Knöpfe. Stimmt es, dass du nicht mehr Playstation spielst?

Tony Jantschke: Ja. Ich habe sieben Jahre im Internat gelebt, du kannst dir denken, dass wir oft gespielt haben. Ich habe mich einfach irgendwann zu sehr darüber aufgeregt, wenn ich verloren habe. Auch deswegen spiele ich derzeit nicht mehr.

Die Fragen stellte Ingo Rütten

Interview im Fohlenecho als .pdf Datei

 

3 Kommentare

  • Sarah

    7. April 2011 um 00:05

    Hey Tony 😀
    ich wünsche dir alles gute zum Geburtstag 🙂
    und viel glück weiterhin

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  • Laetitia

    7. April 2011 um 00:11

    Happy Birthday Tony 🙂

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  • Jana

    7. April 2011 um 13:00

    Alles Gute zum Geburtstag, schöner Mann 😉

    Antworten »

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